Fächerblick

Christbäume und Weihnachtsbeleuchtung in Karlsruhe

Liebe Karlsruher Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Weihnachten ist das beliebteste christliche Fest für (fast) alle in unserem Kulturkreis, nicht nur für sehr gläubige Menschen, auch für nur lose mit der Kirche Verbundene oder sogar ehemals Gläubige, Agnostiker und Atheisten. Ursprünglich war Weihnachten vorrangig ein Fest der Gemeinschaft und der Familie. Der Kommerz nutzt dieses Fest allerdings jedes Jahr intensiver und versucht zunehmend eine Säkularisierung des Festes.

Zu den typischen Weihnachtsbräuchen zählt seit Jahrhunderten der mit Kerzen beleuchtete Nadelbaum. Dieser Weihnachtsbrauch verbreitete sich im 19. Jahrhundert von Deutschland aus über die ganze Welt.

Ausgerechnet dieser Weihnachtsbrauch wurde 2016 in die Sparmaßnahmen der Haushaltsstabilisierung zweifach einbezogen:

  • Auf der Streichliste standen die Christbäume im Stadtgebiet,
  • aber auch die Weihnachtsbeleuchtung auf den Friedhöfen (Hauptfriedhof/ Stadtteilfriedhöfe).

Unangetastet blieb die Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt. Ja, sie sollte 2017 sogar durch eine neue innovative Konzeption ersetzt werden.

Christbäume im Stadtgebiet

Ein erstes Maßnahmenpaket mit 124 Sparmaßnahmen war der Entscheidung des Gemeinderats vorbehalten.

Die Arbeitsgemeinschaft der Karlsruher Bürgervereine (AKB) befasste sich mit diesen 124 Maßnahmen und traf eine kritische Auswahl der Maßnahmen mit übergeordneter Breitenwirkung. Unter drei ausgewählten Maßnahmen war die „Aufgabe der Aufstellung von Christbäumen im Stadtgebiet“ als Maßnahme M6_GBA des Gartenbauamtes. Darüber sollte im Gemeinderat am 26.4.2016 debattiert und abgestimmt werden.

In einem Brief an die Mitglieder des Gemeinderats am 20.4.2016 hat die AKB Einspruch gegen diese Maßnahme M6 mit folgender Argumentation eingelegt (Auszüge):

Christbäume in den Stadtteilen, aber auch Weihnachtsbaumbeleuchtungen auf dem Hauptfriedhof und den Stadtteilfriedhöfen gehören zu unserem kulturellen Erbe. Vor allem in Zeiten der Integration ausländischer Kulturen dürfen wir unsere Symbole nicht aufgeben. ….. Noch weniger Verständnis hat die AKB für die Aufgabe der Aufstellung von Christbäumen, wenn jetzt feststeht, dass die Schlosslichtspiele 2016 beschlossene Sache sind. Der Bürger würde sicher nicht verstehen, warum ein (christliches) Kultursymbol gestrichen wird – und das in der propagierten Weihnachtsstadt Karlsruhe – und die ….. Lichtspiele stattfinden sollen.

Der AKB fordert, die Christbäume in den Stadtteilen weiterhin aufzustellen. …….

Der Gemeinderat wies in seiner darauffolgenden Sitzung die Aufgabe der Christbäume im Stadtgebiet zurück. Folgerichtig konnten wir uns in den Stadtteilen auch 2016 wieder an den Christbäumen erfreuen. Welchen Anteil der Einspruch der AKB an der Gemeinderatsentscheidung hatte, sei dahingestellt. Ganz wirkungslos wird er nicht gewesen sein.

Diese Christbäume wären nicht mehr gekommen: z.B. Südweststadt
Quelle: Jürgen Sickinger

Weihnachtsbeleuchtung auf den Friedhöfen

Ein zweites Maßnahmenpaket mit 175 Sparmaßnahmen aus dem Geschäft der laufenden Verwaltung war allein in der Verantwortung der Stadtverwaltung. Die Umsetzung dieses Maßnahmenpakets wurde nach Ankündigung im Gemeinderat vom 26.01.2016 bereits frühzeitig eingeleitet. Da es 2016 nochmals eine Möglichkeit gab, die Weihnachtsbaumbeleuchtungen auf den Friedhöfen zu installieren, hätte die Maßnahme effektiv 2017 gegriffen.

Die Arbeitsgemeinschaft der Karlsruher Bürgervereine (AKB) befasste sich mit den 175 Maßnahmen und traf eine kritische Auswahl der Maßnahmen, auch hier mit übergeordneter Breitenwirkung. Unter drei ausgewählten Maßnahmen war der „Verzicht auf die Weihnachtsbaumbeleuchtungen auf dem Hauptfriedhof und den Stadtteilfriedhöfen“ als Maßnahme M4_FBA des Friedhof- und Bestattungsamtes.

Eine Umfrage der AKB im Frühjahr 2017 in 19 Stadtteilen mit 23 Stadtteilfriedhöfen (bei Ortschaftsräten und Bürgervereinen) ergab, dass auf 18 Stadtteilfriedhöfen am 24. Dezember nachmittags gut besuchte Weihnachtsfeiern durchgeführt werden, und das jeweils mit einem beleuchteten Christbaum. Die Umfrage ergab auch ein eindeutiges Votum, die Weihnachtsbeleuchtung beizubehalten. Ohne sie wären die Weihnachtsfeiern gefährdet, so das Umfrageergebnis.

Auf dieser Basis kontaktierte die AKB mit einem Brief die Stadtverwaltung am 29.5.2017 und argumentierte folgendermaßen gegen die Streichung (Auszüge):

….der Wegfall der Weihnachtsbeleuchtung auf dem Hauptfriedhof und den Stadtteilfriedhöfen stößt bei den Bürgerinnen und Bürgern genauso wenig auf Verständnis wie die Streichung der Stadtteilchristbäume, die durch den Gemeinderat 2016 abgelehnt wurde.
In Karlsruhe gibt es neben dem Hauptfriedhof 23 Stadtteilfriedhöfe. Auf 18 dieser 23 Stadtteilfriedhöfe werden am 24. Dezember nachmittags Weihnachtsfeiern durchgeführt. Diese Weihnachtsfeiern sind gut besucht und stellen eine lange Tradition dar. In kleineren Stadtteilen besuchen mehr als Einhundert, in größeren Stadtteilen einige Hundert Bürgerinnen und Bürger diese feierlichen Gedenkstunden, die von Musikvereinen, Gesangsvereinen, Bläserchören oder Akkordeongruppen veranstaltet werden. Sie bereiten den Menschen eine große Freude und sind geradezu der Beginn des Weihnachtsfestes. Daher sind von Jahr zu Jahr mehr Besucher zu verzeichnen.

Nach einer Umfrage der AKB bei den Ortschaftsräten und den Bürgervereinen, ….. hat sich gezeigt, dass fast ausnahmslos alle die Weiterführung der Weihnachtsbaumbeleuchtungen auf den Stadtteilfriedhöfen wünschen. …….
Es wird von Gesprächen berichtet, dass diese Veranstaltungen für die Besucher so schön feierlich seien und ihnen ein gutes Gefühl gebe, ihre verstorbenen Angehörigen an diesem Abend mit einbezogen zu haben. Und dass das so ist, bedarf es eines würdigen Rahmens. Hierzu gehört auch die Weihnachtsbeleuchtung am Tannenbaum auf dem Friedhof.
………. Überhaupt kein Verständnis für diese Maßnahme wird aufgebracht, wenn Karlsruhe sich einerseits als Weihnachtsstadt mit zukünftig neuer Weihnachtsbeleuchtung präsentiert und in traditionellen Bereichen das Weihnachtslicht ausgehen soll. Ohne eine Weihnachtsbeleuchtung würden die Weihnachtsfeiern ein Auslaufmodell darstellen.
Als AKB-Vorsitzender möchte ich Sie deshalb im Namen aller betroffenen Ortschaftsräte und Bürgervereine aus all den genannten Gründen bitten und stelle den Antrag, von dieser „Einsparmaßnahme“ abzusehen und sie nicht weiter zu verfolgen. …….

Im Antwortschreiben wurde die Beibehaltung unter Bedingungen zugesichert (sinngemäße Wiedergabe):

Da es im Hinblick auf die Haushaltsstabilisierung geboten ist, die beschlossenen Maßnahmen umzusetzen, kann die Beibehaltung nur nach Rücksprache mit dem zuständigen Dezernenten und dem zuständigen Amtsleiter erfolgen. Und das unter der Auflage, dass zur Erreichung des Einsparziels das Friedhof- und Bestattungsamt alternative Einsparungen generiert. Wenn dies zu Serviceeinschnitten führen muss, sollte dies Verständnis bei der Bevölkerung finden.

An dieser Stelle möchte sich die AKB bei der Stadtverwaltung, aber vor allem beim Amtsleiter Herrn Vogel sehr herzlich bedanken, dass alternative Einsparpotentiale zugunsten der Weihnachtsbeleuchtung gefunden werden konnten.

0 Responses to “Fächerblick”


Die Kommentare sind zur Zeit geschlossen.

Zukünftige Events

Sep
11
Di
18:00 NordWIRstadt @ Bürgerzentrum Nordweststadt
NordWIRstadt @ Bürgerzentrum Nordweststadt
Sep 11 um 18:00
Die Bürgergemeinschaft Nordweststadt e.V. lädt  ein zum Stammtisch  „NordWIRstadt“, einem gemütlichen Beisammensein zum Kennenlernen und Reden über dies und das im Stadtteil am jedem 2. Dienstag ab 18.00 Uhr. 
Sep
29
Sa
08:30 Herbstausflug der BG
Herbstausflug der BG
Sep 29 um 08:30 – 20:30
  Herbstausflug 2018 nach Heidelberg   -> Download Anmeldung und Ladenburg Besuch des Heidelberger Schlosses Besuch der historischen Stadt Ladenburg mit Stadtführung Vesper in Dossenheim in einer Besenwirtschaft Treffpunkt: Samstag, 29. September 2018 Abfahrt: 8:30 Uhr[...]
Okt
9
Di
18:00 NordWIRstadt @ Bürgerzentrum Nordweststadt
NordWIRstadt @ Bürgerzentrum Nordweststadt
Okt 9 um 18:00
Die Bürgergemeinschaft Nordweststadt e.V. lädt  ein zum Stammtisch  „NordWIRstadt“, einem gemütlichen Beisammensein zum Kennenlernen und Reden über dies und das im Stadtteil am jedem 2. Dienstag ab 18.00 Uhr. 
Nov
13
Di
18:00 NordWIRstadt @ Bürgerzentrum Nordweststadt
NordWIRstadt @ Bürgerzentrum Nordweststadt
Nov 13 um 18:00
Die Bürgergemeinschaft Nordweststadt e.V. lädt  ein zum Stammtisch  „NordWIRstadt“, einem gemütlichen Beisammensein zum Kennenlernen und Reden über dies und das im Stadtteil am jedem 2. Dienstag ab 18.00 Uhr.